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(Kirchenbezirk Tübingen)


Kirchensanierung Bauabschnitt 1: Sanierung des Innenraums, der elektrischen Anlagen und der Heizung

Die Planungen für den ersten Bauabschnitt begannen bereits im Februar. In vielen Sitzungen mit Architekt Ernst-Martin Rempfer, der Elektrofirma und dem Denkmalamt wurden Pläne entwickelt und Probleme behoben. Am 28. Mai fand dann der letzte Gottesdienst vor der Sanierung statt. Schon am nächsten Morgen startete ein Team mit dem Verpacken des beweglichen Inventars. Außerdem wurden alle Gesangbücher, Gemälde, Kerzen, Stühle, Putzmittel verpackt und Sitzkissen gebündelt. Am Abend übernahmen die Männer vom CVJM und viele weitere freiwillige Helfer den Transport in die Zwischenlager. Am selben Abend wurden auch die zum Verkauf stehenden Bänke demontiert und an die Käufer ausgeliefert.

Aufgrund des schnellen Fortschrittes konnten bereits an den folgenden Tagen alle alten Heizungen demontiert und die neuen Heizelemente montiert werden. Da die Kabel vor 50 Jahren in einer leeren Kirche eingebaut wurden, wurden damals alle Kabel in den Boden des Schiffes verlegt. Weil der Boden aber unbedingt erhalten werden sollte, musste bereits in der Planung eine Alternative für die Kabelführung gefunden werden. Deshalb wurde am Samstag 03. Juni die Decke der Empore entfernt. Hierbei kam eine gute brauchbare Substanz zum Vorschein. Auf dieser Grundlage konnte die neue Kabeltrasse wie geplant an der Decke montiert werden. Nach dem Wochenende wurde die gesamte Vertäfelung demontiert. Hinter ihr war ein weiterer Teil der neuen Kabeltrasse geplant. Auch hier kam eine brauchbare Substanz zum Vorschein. Durch den fast unermüdlichen Einsatz einiger freiwilliger Helfer wurde an einigen Stellen noch ein wenig vom Putz entfernt, um noch mehr Platz für Kabel zu schaffen. Auf der Kanzelseite wurde ein Kabelkanal gestemmt, hier konnte man eindrücklich die Baugeschichte der Jahrhunderte bestaunen. Auf dem Weg zum Platz, an dem der neue Verteilerschrank gestellt werden sollte, musste dann doch auch noch ein Teil des Fußbodens entfernt werden. Beim Aufstemmen des Estrichs unter den Bodenplatten fand sich sogar noch die alte Kabeltrasse, die vor 50 Jahren in Stahlrohren verlegt wurde. Nachdem der alte Verteilerschrank ausgebaut wurde, konnte eine Prüfung der alten Kabel gemacht werden. Hierbei stellte sich leider heraus, dass alle elektrischen Leitungen ersetzt werden mussten. Dies brachte einige weitere Arbeitsstunden mit sich, da nun zu jeder benötigten Lampe, jeder Steckdose und jedem Lichtschalter neue Kabelschlitze gestemmt werden mussten. Doch die überwältigende Hilfsbereitschaft der vielen freiwilligen Helfer hörte nicht auf. So konnten bereits 7 Tage später die ersten neuen Kabel verlegt werden. Nun übergaben wir das Feld den Profis. Es wurde ein riesiges Gerüst im gesamten Schiff aufgebaut. „Unser“ Elektriker, der von der Firma Elektro Schneider extra für unsere Baustelle freigestellt wurde, arbeitete sich fast unermüdlich durch die vielen Kabel. Parallel dazu reinigte der Restaurator die Decke und strich die Wände im Chor und Schiff. Der Schreiner fertigte in seiner Werkstatt die neuen Decken-paneele, in die die neue Heizung integriert wurde.

Am 21. Juni konnten wir einen weiteren Meilenstein verbuchen. Der neue 150 kg schwere Verteilerschrank für die Heizung wurde geliefert und von 5 Helfern auf die Bühne der Sakristei gebracht. Durch den schnellen Fortschritt der Elektroinstallationsarbeiten konnte bereits am 24. Juni die Vertäfelung wieder montiert werden. Am darauffolgenden Wochenende wurde die neue Unterkonstruktion der Decke unter der Empore gezimmert und mit neuen Gipskartonplatten beplankt. Die ersten Juliwochen bestanden aus der extrem zeitaufwändigen Reparatur der Bänke. Da beim Ausbau einige defekte Bänke entdeckt wurden, wurde der Beschluss gefasst, alle Bänke in der gleichen Art mit Schrauben, Winkeln und Leim zu reparieren. Am 15. Juli wurde die neue Beleuchtung im Chorraum installiert. Nun ist es möglich, den Chorraum in sämtlichen Farben erstrahlen zu lassen. Nachdem am 20. Juli das Gerüst abgebaut wurde, konnten noch am gleichen Abend die Vorbereitungen für die Reinigung des Bodens getroffen werden. Hierzu gehörte auch das Entfernen des ausgelegten Baufilzes. Unter diesem kam der alte Holzboden zum Vorschein, der entgegen aller Annahmen fast keine Schäden davon-getragen hatte. So musste der Boden erfreulicherweise nicht ab-geschliffen, sondern lediglich professionell mit einer Maschine gereinigt werden. Am selben Abend kam dann doch noch ein Schock auf die Verantwortlichen zu: Der beauftragte Bodenleger fiel aus. Nach einer unruhigen Nacht schrieb unser Architekt Ernst-Martin Rempfer den erlösenden Satz:“ Bodenleger gefunden, kommt heute Mittag.“ Die Erleichterung war groß, denn bis zur Goldenen Hochzeit waren es nur noch 8 Tage. Der Bodenleger kam, und bereits am nächsten Tag konnten die ersten Bänke auf der Taufsteinseite montiert werden. Die alten Befestigungen konnten leider nicht mehr verwendet werden, da bei der Montage vor 50 Jahren ein kleiner Rechenfehler unterlaufen war. Die Lattung unter dem Parkett, auf die die Bänke montiert sind, wurde von der Außenwand aus gemessen. Die Bänke stehen aber an der Vertäfelung und so ist die Lattung genau um die Breite der Vertäfelung versetzt. Dies hatte zur Folge, dass die Bänke nur im Parkett befestigt wurden. Im Laufe der Jahre lösten sie sich jedoch so, dass hier und da mit Winkeln und extra Schrauben nachgeholfen werden musste. Dieses Problem wurde mit langen Schrauben behoben, die jetzt direkt mit Dübeln in den Beton unter dem Parkett greifen. Am Montag 24. Juli wurde dann die Kanzelseite gereinigt und nach einer Trockenzeit von 24 Stunden wurden auch hier alle Bänke in Windeseile montiert. An den folgenden Tagen glich die Kirche einem geschäftigen Ameisenhaufen. Sehr viele freiwillige Helferinnen und Helfer polierten und putzen die Kirche auf Hochglanz. Ein weiteres wichtiges Datum war der 25. Juli. Um 11.00 Uhr wurde das Geläut wieder in Betrieb genommen. Die Freude aller Anwesenden war groß, als die ersten Klänge unserer Glocken wieder erklangen. Für Mittwoch und Donnerstag hatte sich der Musikverein Talheim angekündigt. Die Musiker kamen in so einer großen Zahl, dass die geplanten Arbeiten in Windeseile erledigt waren. Hier und da wurden Abdeckungen montiert, angepasst und verschraubt. Böden geputzt oder die ausgelagerte Inneneinrichtung der Kirche aus den Lagern geholt und wieder am entsprechenden Platz verstaut. Am letzten Arbeitstag stand noch die Inbetriebnahme und das Vorbereiten für die Goldene Hochzeit auf dem Plan. Am Samstag 29. Juli konnte dann pünktlich um 10 Uhr die Goldene Hochzeit von Walter und Gudrun Schneider gefeiert werden.

Wir möchten uns bei allen freiwilligen Helfern, dem CVJM Talheim, dem Musikverein Talheim sowie den Flüchtlingen bedanken, die mit viel Einsatz und Geschick zum Gelingen dieses ersten Bauabschnittes beigetragen haben.

Einige Zahlen:

knapp 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden
ca. 1000 m Kabel
60 neue Heizungen
ca. 200 lange Schrauben
ca. 100 Stockschrauben
ca. 180 Dübel
ca. 400 kurze Schrauben
ca. 350 Gipskartonschrauben
ca. 300 m Konstruktionslatten
2 Verteilerschränke à 150kg

Die Losungen

Tageslosung von Donnerstag, 26. April 2018
Josef blieb im Gefängnis, aber der HERR war mit ihm.
Das Licht scheint in der Finsternis.